Grundlegende Probleme
       in Peru
 
 

 
 

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 Peru gehört mit einem Bruttonationaleinkommen pro Kopf von 6.070 US $ im Jahr 2006 zu den ärmeren Ländern Südamerikas. Diese Pro-Kopf-Einkommen liegen aber um fast das Vierfache oder sogar mehr über den Einkommen der übrigen Projektländer von Lebenschancen. Sowohl bei den Einkommen als auch den sozialen Diensten gibt es jedoch große Unterschiede zwischen Stadt und Land bzw. insbesondere den Bergregionen der Anden, in denen sich der Projektort von Lebenschancen befindet. Von der männlichen Bevölkerung über 15 Jahren waren um das Jahr 2000 noch 7 % Analphabeten und von der weiblichen 18 %. Dabei handelt es sich vornehmlich
um Menschen in entlegenen Bergdörfern, die erst spät Schulen erhalten haben.

Die Frauen der jüngeren Generation hatten 2007 durchschnittlich 2,7 Lebendgeburten (demogra- phisch = Gesamtfruchtbarkeitsrate), und die Bevölkerung wuchs jährlich um 1,4 %. Dies ist bereits weniger als die höchsten Werte von 1,6-1,8 %, die die Länder Westeuropas während der Industri- alisierung bzw. jemals hatten. Da die Geburtenzahlen pro Frau in Peru in den vergangenen 25 Jahren aber wesentlich höher waren und damit in den kommenden Jahren noch sehr starke Jahrgänge ins fortpflanzungsfähige Alter kommen, wird sich die Bevölkerung wahrscheinlich in etwa 35 Jahren verdoppeln und erst danach nur noch wenig zunehmen. Ein Viertel der Mädchen hat bis zum 19. Geburtstag mindestens ein Kind. Der Anteil war früher ebenfalls viel höher.

Im übrigen waren nach Befragungen in neun Entwicklungsländern auf drei Kontinenten sowie in Serbien und Montenegro die Frauen im ländlichen Peru mit 70 % am zweithäufigsten von Gewalt durch den Mann betroffen und am stärksten von Gewalt während Schwangerschaften (28 %).

Quellen:
Daten zu Analphabeten, Geburtenzahlen und Bevölkerungswachstum - außer denjenigen der Länder Westeuropas in den beiden vergangenen Jahrhunderten - aus: UNFPA (Hg.): Urbanisie- rung als Chance - Das Potential wachsender Städte nutzen, New York/Hannover 2007, Anhang; Daten zu den Einkommen pro Kopf aus DSW-Datenreport, Hannover 2007, S. 6ff.
Daten zur Gewalt an Frauen aus Studien im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation, hier nach: 6th International Dialogue on Population and Sustainable Development: Meeting the Challenge - Sexual and Reproductive Health and Rights in an Urbanising World, Berlin 2008, S. 84 f.