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Peru seit 2007 Vermeidung von ungewollten Schwangerschaften, Missbrauch und Vergewaltigung von Kindern und Jugendlichen; Prävention und Bestrafung von Gewalt an Frauen sowie Betreuung der Opfer |
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Zur Situation des Landes Einkommen und Armut Analphabetismus Geburtenzahl und Bevölkerungswachstum Projekte zur Vermeidung von ungewollten Schwangerschaften, Missbrauch und Vergewaltigung von Kindern und Jugendlichen Hintergründe Maßnahmen 1. Projekt in den Anden 2. Projekt in den Anden Projekt in der Großstadt Trujillo Ergebnisse Projekt zur Prävention und Bestrafung von Gewalt an Frauen sowie zur Betreuung der Opfer Hintergründe Maßnahmen Ergebnisse Fortsetzung der Aktivitäten und wofür Sie spenden können Zur Situation des Landes Einkommen und Armut Das Bruttonationaleinkommen pro Kopf betrug in Peru 2010 - nach Kaufkraftparitäten im Verhältnis zum US-Dollar - 9.540 US $. Diese Einkommen sind dort in den vergangenen acht Jahren durchschnittlich um 10 % pro Jahr gestiegen. Damit ist Peru von einem der ärmsten Länder Südamerikas vor noch 10 Jahren zu den Ländern mit mittleren Einkommen aufgerückt. Sie betrugen damit mindestens das Achtfache der Pro-Kopf-Einkommen in den Projektländern Nepal, Burkina Faso und Togo, aber erst etwa ein Viertel der - gemessen nach Kaufkraftparitäten zum Dollar - 37.360 $ pro Person und Jahr in Deutschland. Sowohl bei den Einkommen als auch den sozialen Diensten gibt es in Peru jedoch sehr große Unterschiede zwischen Stadt und Land bzw. insbesondere den Bergregionen der Anden. Auch innerhalb der Städte gibt es oft starke Unterschiede zwischen Wohnvierteln. Analphabetismus 2007 - als dem bisher jüngsten Jahr mit entsprechenden Erhebungen - waren nur noch 5 % der männlichen und 15 % der weiblichen Bevölkerung über 15 Jahren Analphabeten. Dabei handelt es sich vornehmlich um Menschen in entlegenen Bergdörfern, die erst spät Schulen erhalten haben. |
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![]() Blick auf den ersten Projektort in den Anden Huamachuco (links) und La Cuesta, das zentrale Dorf des zweiten Projekts in einem Talkessel (rechts). Dieses war bei starken Regenfällen während des Projekts öfter von der Außenwelt abgeschnitten. (Fotos: NRO Manuela Ramos und Micaela Bastidas) |
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Geburtenzahl und Bevölkerungswachstum Nach den derzeitigen Gegebenheiten werden die 15-30-jährigen Frauen bis zum 49. Lebensjahr im Durchschnitt nur noch 2,6 Lebendgeburten pro Frau haben (demographisch = Gesamtfruchtbarkeitsrate). Die Bevölkerung wuchs 2010 um 1,5 %. Dies ist bereits weniger als die höchsten Werte von 1,6-1,8 %, die die Länder Westeuropas während der Industrialisierung bzw. jemals hatten. Da die Geburtenzahlen pro Frau in Peru in den vergangenen 25 Jahren aber wesentlich höher waren und da- mit in den kommenden Jahren noch starke Jahrgänge ins fortpflanzungsfähige Alter kommen, wird sich die Bevölkerung wahrscheinlich in etwa 45 Jahren verdoppeln und erst danach nur noch wenig oder nicht mehr wachsen. (Quellenangaben zu allen Daten finden Sie hier.) |
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Projekte zur Vermeidung von ungewollten Schwangerschaften, Missbrauch und Vergewaltigung von Kindern und Jugendlichen Hintergründe Viele ungewollte Schwangerschaften, insbesondere von Jugendlichen, verbreiteter Missbrauch und Vergewaltigung sowie fehlende Aufklärung In der Projektregion La Libertad im Norden Perus haben 36 % der Mädchen bis zum 19. Geburtstag ein Kind, das bei der überwiegenden Mehrzahl ungewollt und unehelich ist. Allgemein herrscht unter der jungen Bevölkerung eine hohe Unwissenheit über Sexualität, Verhütungsmethoden und durch Sexualkontakte übertragene Krankheiten. Es gibt keinen Sexualkunde-Unterricht und kaum Einrichtungen, bei denen man sich über Fragen der sexuellen und reproduktiven Gesundheit informieren könnte. Und wenn es welche gibt, ist für Jugendliche die Hemmschwelle, die offiziellen Beratungsdienste des Gesundheitswesens zu den weithin noch schambehafteten Themen aufzusuchen, sehr hoch. Missbrauch und Vergewaltigung von Kindern und Jugendlichen sollen verbreitet sein. Die Maßnahmen Hilfe durch entsprechende Schulungen von Jugendlichen und Gesundheitsberaterinnen sowie Aufklärungsmaßnahmen |
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In den Jahren 2007 bis 2011 hat Lebenschancen International drei entsprechende Projekte mit lokalen Trägern in der nördlichen Region La Libertad von Peru durchgeführt. |
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1. Projekt in den Anden 2007/2008 finanzierte Lebenschancen International in Huamachuco, einer Kleinstadt in den nördlichen Anden sowie in einem Nachbardorf Maßnahmen für einen Einstieg in die Probleme bei Kindern und Jugendlichen. Es handelte sich um Selbsterfah- rungsgruppen mit Befragungen von 12-14-jährigen Schülern und Schülerinnen über ihr Wissen und etwaige Probleme oder Ängste im Sexualbereich. Als größte Probleme wurden - noch vor frühen, ungewollten Schwangerschaften - die Möglichkeiten von Missbrauch und Vergewaltigungen genannt. Diese sind allerdings auch eine Ursache vieler früher, ungewollter Schwangerschaften. Auf der Basis der gewonnenen Erkenntnisse konnten Maßnahmen zur Wahrung und Förderung der sexuellen und reproduktiven Gesundheit der Jugendlichen in den Schulen abgeleitet werden. |
![]() 12-14-jährige Schülerinnen haben im Rahmen einer Selbsterfahrungsgruppe auf einen Zettel geschrieben, was ihre etwaigen Probleme oder Ängste im Sexualbereich sind. (Foto: NRO Manuela Ramos) | |||||
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2. Projekt in den Anden 2009 übernahm Lebenschancen International die Finanzierung der Entwicklung von Schulungsmaterialien und Schulungen zu den Problemen, ihrer Vermeidbarkeit und der Notwendigkeit von Anzeigen von Übergriffen in drei kleinen Bergdörfern mit einigen Streusiedlungen in den Anden. Es wurden 70 Schüler/innen für die Aufklärung von Gleichaltrigen ausgebildet sowie Erwachsene aus verschiedenen Gruppen und Institutionen für die Weitergabe des entsprechenden Wissens und Beratungen in ihrem Umfeld. Die mehrtägigen Seminare schlossen auch die Geschlechterbeziehungen bzw. die Probleme des «Machismo» ein. Außerdem wurde ein Komitee von Ansprechpartner/innen für Fälle von Missbrauch und Vergewaltigungen sowie deren Anzeige gebildet. Des Weiteren wurde ein Raum in einem Gebäude der Gemeinde für Treffen, Gesprächskreise und Einzelberatungen durch Jugendliche eingerichtet und mit einigen Lern- und Lesematerialien ausgestattet. Neben diesen Maßnahmen für die ca. 600 Jugendlichen und Erwachsenen der Bergdörfer wurden 12 Rundfunksendun- gen zu den Problemen und der Illegalität von Missbrauch und Vergewaltigung unter dem Obertitel «Trau Dich zu fragen» konzipiert und in der Region mit ca. 10.000 Hörer/innen aus- gestrahlt. Projekt in der Großstadt Trujillo 2010/2011 wurde ein ähnliches Projekt - einschließlich der Rundfunksendungen und der Einrichtung eines «Jugendraumes» - in einem Armenviertel der Großstadt Trujillo durchgeführt und durch weitere Maßnahmen ergänzt. Dort gibt es ein System von ehrenamtlichen Laien-Gesundheitsberaterinnen, die Sprechstunden halten und bei Bedarf die Familien aufsuchen. Diese hatten bisher aber keine Ausbildungen bezüglich der Probleme riskanter und ungewollter Schwangerschaften und ihrer Vermeidbarkeit sowie keine über die Illegalität von Missbrauch und Vergewaltigungen. Im Rahmen des Projekts haben die 26 Beraterinnen - neben 24 Jugendlichen - entsprechende Schulungen erhalten. Außerdem wurden Poster und Faltblätter entwickelt und verteilt, in denen auf das "Recht auf sexuelle und reproduktive Gesundheit" und die gegebenen Beratungsmöglichkeiten verwiesen wird. |
![]() Interessierte Schülerinnen und Schüler werden in dem «Jugendraum» in Lernmaterialien eingeführt. ![]() Ein Text über die Probleme früher Schwangerschaften und ihre Vermeidbarkeit geht in dem lokalen «Studio» auf Sendung. ![]() Eine Gesundheitsberaterin erläutert einer über 40-Jährigen, die keine Kinder mehr möchte, die Entstehung von Schwangerschaften. Ausführungen zu den Verhütungsmöglichkeiten folgten. (Fotos: NRO Micaela Bastidas) |
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Die Ergebnisse Insgesamt wurden 94 Jugendliche für die Aufklärung geschult, die inzwischen etwa 4.000 Gleichaltrige informiert und beraten haben dürften. Dies wird dadurch begünstigt, dass sowohl am zentralen Ort der Bergdörfer als auch in einer Gesundheitssta- tion des Armenviertels von Trujillo ein Raum speziell für diese Aktivitäten der Jugendlichen zur Verfügung gestellt und im Rahmen der Projekte entsprechend ausgestattet wurde. Die insgesamt 35 erwachsenen Gesundheitsberaterinnen und Vertreterinnen von Frauengruppen betreuen - einschließlich der Bergdörfer - ca. 4.500 Familien mit mindestens 13.000 Jugendlichen und Erwachsenen.. Auch dürften mindestens 15.000 Personen die ausgestrahlten Rundfunksendungen gehört haben, wovon die überwiegende Mehrheit Mädchen und Frauen waren. Es könnten auch viel mehr gewesen sein. |
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Projekt zur Prävention und Bestrafung von Gewalt an Frauen sowie zur Betreuung der Opfer Hintergründe Verbreitete physische und psychische Gewalt an Frauen Die 24 jugendlichen und 26 erwachsenen Gesundheitsinformant/innen, die im Rahmen des vorgenannten Projekts für Aufklärungsmaßnahmen in einem Armenviertel von Trujillo ausgebildet wurden, wurden bei ihren Beratungen häufig mit Fällen sexueller, anderer physischer und psychischer Gewalt an Mädchen und Frauen konfrontiert. Dabei hat sich auch ge- zeigt, dass viele Frauen die Gewalt der Männer gegen sie als etwas «Natürliches» ansehen, gegen das sie nichts tun können. "Die Männer sind doch alle so, und das ist unser Schicksal", heißt es zum Beispiel. Selbst wenn die Frauen wissen, dass die Gewalt strafrechtlich nicht zulässig ist, haben die meisten Angst, solche Übergriffe anzuzeigen. Viele befürchten eine Rache des Mannes oder dass die Aussagen des Mannes vor Gericht - wie bisher so oft - höher bewertet werden als ihre eigenen. Dass sehr viele Frauen in Peru durch Gewalt durch den Partner betroffen sind, hat sich auch bei Befragungen gezeigt, die in neun Entwicklungsländern auf drei Kontinenten sowie in Serbien und Montenegro durchgeführt wurden. Danach waren die Frauen im ländlichen Peru mit 70 % am zweithäufigsten von sexueller und anderer physischer Gewalt durch den Mann betroffen und am stärksten von Gewalt während Schwangerschaften (28 %). In den Städten Perus waren es mit 58 % und 15 % auch noch sehr viele. (Quellenangabe dazu hier.) |
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Die Maßnahmen Bekanntmachen der Probleme und Schulung von Mitarbeiter/innen einschlägiger Einrichtungen zur Betreuung der Opfer und Anzeige der Täter Der örtliche Träger der Projekte, die Frauenförderorganisation "Micaela Bastidas", hat Lebenschancen International einen Vorschlag mit den zuvor genannten Maßnahmen unterbreitet, durch die den Opfern geholfen und die Gewalt an Frauen verringert werden soll. Das entsprechende Pilotprojekt wird 2012 in ganz Trujillo durchgeführt. Es werden Vertreter/innen aller Einrichtungen aus der Stadt und dem Landkreis Trujillo einbezogen, die diesbezügliche Aufgaben wahrnehmen sollen. Dazu gehören auch Einrichtun- gen und Studierende der Universität, die kostenlose Beratungen in den Bereichen Recht, Psychologie und soziale Arbeit anbieten, was in den Armenvierteln aber oft gar nicht bekannt ist. |
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Außerdem erhalten die Laien-Gesundheitsberaterinnen des Armenviertels des vorhergehenden Projekts eine entsprechen- de Schulung, damit sie bei ihren Aktivitäten auch von Gewalt betroffene Frauen angemessen beraten und auf die weiteren Hilfsmöglichkeiten verweisen können. Es wurden Seminare zur Verdeutlichung der Probleme, zum Umgang mit Opfern und zur Notwendigkeit, die Täter anzuzeigen, durchgeführt. Auch wurde ein Handbuch zum Thema "Stärkung der Kompetenzen für die Beendigung der Gewalt an Frauen" entwickelt und den Teilnehmer/innen an den Seminaren und anderen Schlüsselpersonen in den verschiedenen Einrich- tungen übergeben. Außerdem wurden Faltblätter und Poster über die Unzulässigkeit der Gewalt an Frauen und gegebene Beratungsmöglichkeiten entwickelt und verteilt. Schließlich wurden 12 Rundfunksendungen speziell zu diesen Themen entwickelt, die seit März 2012 ausgestrahlt werden. Diese sollen nicht nur die Probleme und Hilfsmöglichkeiten bekannt machen, sondern auch entsprechende Diskussionen in der Öffentlichkeit anstoßen. Nun steht noch die Entwicklung konkreter Vorschläge zur Verteidigung der Opfer, eines Unterstützungsnetzwerks der verschiedenen Einrichtungen sowie eines Instruments zur Evaluierung der Maßnahmen an. Die Ergebnisse Durch das Bekanntmachen der Probleme und die sonstigen Maßnahmen sollen immer mehr Betroffene ermutigt werden, sexuelle oder andere Gewalt des Partners nicht mehr als "gegeben" hinzunehmen, sondern die Beratungsdienste zu nutzen und die Täter anzuzeigen. Sodann wird gehofft, dass aufgrund der angestossenen Diskussionen, von Nachweisen der körperlichen Schäden durch die Gesundheitsdienste und von Unterstützungen der Betreuungsdienste immer mehr Frauen, die ihre Peiniger angezeigt haben, auch Recht bekommen. Die Verurteilungen von immer mehr Tätern sollten dann auch der Abschreckung bzw. Prävention dienen. |
![]() Titelseite des Faltblattes und Posters. Text in Deutsch: Für das Recht auf ein Leben ohne Gewalt. (Foto: NRO Micaela Bastidas) |
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Fortsetzung der Maßnahmen und wofür Sie spenden können Aufgrund der verbreiteten, gravierenden Probleme möchte der örtliche Träger, die Frauenförderorganisation "Micaela Bastidas", das bereits zweimal erfolgreich durchgeführte Informationsprojekt für die Vermeidung von ungewollten Schwangerschaften sowie gegen Missbrauch und Vergewaltigung in weiteren Armenvierteln von Trujillo wiederholen. Dabei sollen die Gesundheitsberaterinnen von Anfang an über die Illegalität jeglicher Gewalt an Frauen und die Möglichkeiten von professionellen Beratungen und Anzeigen der Täter informieren. Lebenschancen International will das gerne finanzieren. Mit Ihrer Spende können Sie dabei helfen! (Textentwurf : Andrea Bendl) Ich will helfen Zugang zum Spendenkonto Zugang zum Online-Spenden |
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Togo 2003 - 2007 Vermeidung ungewollter und riskanter Schwangerschaften sowie von HIV-Infektionen und Förderung der Allgemein- und Gesundheitsbildung bei Jugendlichen und Erwachsenen 15-19-Jährigen, die sich testen ließen, von 10 % auf 4 %. Die Probleme Das Projekt Die Ergebnisse Die Probleme (Stand 2002) Togo gehört zu den dreißig ärmsten Ländern der Welt. Die Frauen der jüngeren Generation haben im Durchschnitt noch über fünf Lebendgeburten, auf dem Land noch sechs. Die Bevölkerung wuchs damit - trotz einer noch beträchtlichen Kinder- und nun auch AIDS-Sterblichkeit - jährlich um ca. 2,3 %. In den vergange- nen Jahren wuchs sie allerdings um 2,5-2,8 % und wird sich damit in 27 Jahren verdoppeln, wenn die Geburtenzahl pro Frau nicht bald erheblich abnehmen wird. |
![]() Projektort Apéyémé in der Präfektur Danyi |
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Wie in den meisten «traditionellen Gesellschaften» wird der Sexualbereich auch in Togo stark tabuisiert, d.h. man spricht nicht darüber. Besonders stark sind die Schambarrieren zwi- schen den Generationen. Kinder und Jugendliche werden daher - außer durch entsprechende Projekte und manchmal schon entsprechenden Unterricht - nicht über die Folgen von Ge- schlechtsverkehr aufgeklärt. Sie haben aber ihre Gelegenheiten zu diesem, wobei die Mäd- chen oft von Gleichaltrigen oder älteren Männern dazu gedrängt oder mehr oder weniger gezwungen werden. Schließlich müssen sie nach den traditionellen Werten Männern und allen älteren Per- sonen gehorchen! Viele Mädchen werden damit bereits im Alter von 13-18 Jahren ungewollt schwanger. Insgesamt hatten 47 % der Mädchen im Alter von 15-19 Jahren mindestens eine Geburt, davon etwa die Hälfte unehelich und ungewollt, der Rest vorwie- gend nach einer Verheiratung durch die Eltern. Diese Probleme gab es früher nicht, weil die Mädchen bald nach Eintritt der Menstruation verheiratet wurden. Nun sollen sie jedoch möglichst länger die Schule besuchen, eine Berufsausbildung machen und erst später heiraten. Schwangere Mädchen werden meistens nicht vom Kindsvater geheiratet oder in eine feste Be- ziehung aufgenommen. Ein uneheliches Kind ist jedoch eine große Schande für die Mädchen. Viele müssen dann die Schule oder eine Ausbildung abbrechen, auch weil die Eltern verlangen, dass sie selbst für ihr Kind sorgen. Ein Teil wird sogar von den Eltern verstoßen. Viele suchen daher «Abhilfe» in Schwanger- schaftsabbrüchen. Diese sind in Togo illegal. Aber es gibt Mög- lichkeiten - vielfach durch Laien - sowie selbstinduzierte Abbrüche mittels Überdosierungen von Medikamenten, die beide oft starke Gesundheitsschädigun- gen oder gar den Tod der Frauen zur Folge haben. | ||||||
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Der Anteil der HIV-Infizierten an den 15-49-jährigen Männern und Frauen wird für Togo auf 2,6 % bzw. 4 % geschätzt, wobei sich etwa die Hälfte bereits im Alter von 15 bis 24 Jahren ansteckt (korrigierter Wert von 2006).. Viele Infizierte wissen nicht, dass sie betroffen sind, da es keine entsprechenden Blutuntersuchungen gibt oder sie solche nicht aufsuchen, weil sie im Falle eines «positiven» Ergebnisses einen Ausschluss aus Familie und Dorfgemeinschaft befürchten. Auf diesem Hintergrund wird die Infektion an die Partner/innen übertragen und von den Müttern bei etwa einem Drittel an die Neugeborenen. Hilfe durch ein Jugendgesundheitszentrum und Aufklärungsmaßnahmen und Kleinkrediten für Gesundheitsinformant/innen In den Städten gibt es zunehmend spezielle Aktivitäten und Einrichtungen für die Jugendaufklärung und Jugendberatung. Aber in den ländlichen Gebieten fehlen diese noch weithin. Lebenschancen International hat daher 2003/04 in einem zen-tralen Dorf in der westlichen Bergregion von Togo - mit einem größeren Zuschuss der deutschen Entwicklungshilfe und beträchtlichen Eigenleistungen der örtlichen Bevölkerung - ein Jugendgesundheitszentrum sowie entsprechende Aktivitäten finanziert.. Die Aktivitäten umfaßten die Ausbildung von 40 Lehrern für Sexualkunde-Unterricht die Ausbildung von zweimal 150 Schüler/innen für die Aufklärung von Gleichaltrigen die Ausbildung von 20 erwachsenen, nebenberuflichen «Gesundheitsinformant/innen» für die umliegenden Dörfer Informationsveranstaltungen in dem Zentrum und 15 umlie- genden Dörfern, Einzelberatungen, gynäkologische Dienste, die Abgabe von Verhütungsmitteln und - erstmals in der ganzen Region - Möglichkeiten von HIV-Tests. |
![]() Lehrer bei einer Ausbildung für Sexualkundeunterricht in dem Zentrum (Foto: Stefanie Settele) | |||||
![]() Eine junge Frau in der Beratung über Möglichkeiten der Empfängnisverhütung und Prävention von HIV/AIDS im Gesundheitszentrum. (Fotos: Ulrich Harsch) |
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Auch wurde in dem Zentrum eine Bibliothek für die Jugendli- chen eingerichtet und auf dem größeren Gelände, das von der Gemeinde zur Verfügung gestellt wurde, ein Platz für Ballspiele sowie Theatervorführungen der Jugendlichen. Diese Möglich- keiten gibt es sonst weit und breit nicht. Die Bibliothek enthält - neben allgemeiner Literatur - auch Schulbücher ab der siebten Klasse. Damit können die vielen Jugendlichen, die kein Geld für den Kauf von Büchern haben und/oder zu Hause keinen Strom, diese in dem großen Raum des Zentrums lesen. Einige machen hier noch abends ihre Hausaufgaben. In Togo wird es ganzjährig zwischen 18 und 19 Uhr dunkel, und die Schulzeit geht oft bis 17 Uhr. Strom gibt es am Ort nur stundenweise, im Zentrum aber auch welchen per Generator. Die Gesundheitsinformant/innen verkaufen in ihren Dörfern auch Kondome, die es dort sonst nicht gäbe. Außer über Risi- koschwangerschaften, Empfängnisverhütung, HIV/AIDS und Geschlechtskrankheiteninformieren sie über die Entstehung, Vermeidbarkeit und Behandlungsmöglichkeiten von Durchfall- erkrankungen, Malaria und Kinderlähmung. Damit kommt das Zentrum der gesamten Bevölkerung in der Projektregion zugute. Die Informant/innen machen diese Arbeiten ehrenamtlich, haben als Belohnung aber Kleinkredite erhalten, damit sie ihre Einkom- men aus ihrem Haupterwerb in Landwirtschaft, Handwerk oder Kleinhandel verbessern können. Die Dienste stehen auch Erwachsenen offen. Angesichts der starken Schambarrieren gibt es aber spezielle Informationsver- anstaltungen und Beratungszeiten für Jugendliche, d.h. - nach einer Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation - die etwa 15- bis 24-Jährigen. Auch können diese sicher sein, dass ihre Fragen hier ernst genommen werden und die Unverheirateten - im Gegensatz zur Praxis in vielen Gesundheitsstationen - keine moralischen Vorhaltungen bekommen oder sogar abgewiesen werden. Auszüge aus Ansprachen zur Eröffnung des Zentrums mit einem Foto und Auszüge von Berichten deutscher Besucherin- nen finden Sie hier. Bau und Ausstattung des Jugendgesundheitszentrums von 90 qm haben - einschließlich einer Lautsprecher-, Fernseh- und Video-Vorführanlage - 29.000 € gekostet, die Ausbildung der 320 Informant/innen und 40 Lehrer - inklusive Schreibwaren sowie zwei Tage Essen und Getränke für alle - 6.030 €. Die Personal- ausgaben für einen Pädagogen und einen Wächter in Vollzeit, eine Hebamme für gynäkologische Untersuchungen und Bera- tungen über Empfängnisverhütung sowie einen Laboranten in Teilzeit beliefen sich für 32 Monate auf 8.623 €. Eine Verschwen- dung kann dabei nicht enthalten sein! Ergebnisse und Fortsetzung der Aktivitäten Während der 32 finanzierten Monate der Aktivitäten haben alle Schüler/innen ab der 7. oder 8. Klasse Sexualkundeunterreicht gehabt. 5.300 Personen haben an Filmvorführungen oder Vor- trägen zu Risikoschwangerschaften, Empfängnisverhütung und der Prävention von HIV teilgenommen und 6.600 an Gesprächs- kreisen der Schüler- und Gesundheitsinformant/innen. Damit dürften alle ca. 4.500 15-24-Jährigen in den Projektdörfern erreicht worden sein. An manchen Veranstaltungen haben auch Erwachsene teilgenommen, oder sie richteten sich speziell an diese. Der Anteil der Schülerinnen, die schwanger wurden, konnte innerhalb von drei Schuljahren um 30 % gesenkt werden. Der Anteil der HIV-Infizierten unter den 15-19-Jährigen, die sich testen ließen, sank von 10 auf 4 %. Dies sind sehr gute Ergeb- nisse; die in den Folgejahren aber noch verbessert werden sollen. Schließlich haben die Infizierten höchstens noch eine Lebenserwartung von etwa 12 Jahren, wenn sie keine anti-retroviralen Medikamente erhalten. Die sind für die dortigen Verhältnisse noch immer relativ teuer, und die meisten kön- nen sie nicht bezahlen. Der größte Teil der laufenden Kosten wird seit Mai 2007 vom togoischen Gesundheitswesen getragen, das auch die Leitung des Zentrums übernommen hat. Der Pädagoge ist nur noch bei weiteren Ausbildungen von Lehrern für Sexualkunde-Unterricht sowie Schüler/innen für die Aufklärung im Honorarvertrag tätig. Solche wurden nochmals Anfang 2008 - nun in Finanzierung der Schweizer Umweltorganisation ECOPOP - durchgeführt. Die Ausbildung von Schüler/innen für die Aufklärung soll zukünftig möglichst seitens der ausgebildeten Lehrer gemacht werden. Die verbleibenden Kosten werden durch Vermietung des gros- sen Raumes an die Verwaltung sowie das Gesundheits- und Bildungswesen der Präfektur - für Kurzausbildungen, Prüfungen u.a. - gedeckt. Das Gesundheitszentrum in Togo hat eine großzügige Unterstützung durch den britischen Spitzensportler und ehemaligen Europameister im 400m Lauf Du'aine Ladejo erhalten, dessen Vater aus Nigeria stammt. Er hat das gesamte Preisgeld seiner Wahl zum «BBC-Superstar» des Jahres 2003 über 5.800 € dafür gespendet. (Foto: privat) |
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Paraguay 2003 - 2005 Vermeidung ungewollter und riskanter Schwangerschaften sowie von HIV-Infektionen, allgemeine Gesundheitsdienste sowie Förderung von Allgemein- und Berufsausbildungen - Ein Projekt in Zusammenarbeit mit der Studenteninitiative «Lebens- und Bildungschancen» Die Probleme Das Projekt Die Ergebnisse Unterstützung durch eine Studenteninitiative Die Probleme (Stand 2002) Paraguay war seinerzeit das drittärmste Land Südamerikas (nach Bolivien und Ekuador), und es gibt - bis heute - in allen Lebensbereichen sehr große Unterschiede zwischen Stadt und Land. Sodann hatte Paraguay mit durchschnittlich 3,8 Geburten pro Frau in der jüngeren Generation und einer bereits stark gesunkenen Kindersterblichkeit mit zuletzt jährlich 2,4 % schon seit vielen Jahren das höchste Bevölkerungswachstum des Subkontinents. Wenn die Geburtenzahl pro Frau nicht bald wesentlich abnimmt, wird sich die Bevölkerungszahl in nur 30 Jahren verdoppeln. |
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Junge Mütter mit ihrer Kinderschar in der Projektregion in Paraguay Es hängt auch von uns ab, ob die Mädchen bereits mit 14, 15 oder 16 Jahren schwanger werden und mit 20 schon drei Kinder haben oder ob sie zunächst einen Beruf erlernen und diesen auch ausüben können. (Foto: Evi-Kornelia Gruber) |
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Wie in vielen anderen «traditionellen Gesellschaften» ist auch in Paraguay der ganze Sexualbereich stark tabuisiert. Insbeson- dere auf dem Land werden die Jugendlichen daher nicht über die möglichen Folgen von Geschlechtsverkehr aufgeklärt und schon gar nicht über Möglichkeiten einer Empfängnisverhütung, die es allerdings auch erst seit kurzer Zeit gibt. Viele Mädchen werden daher schon in sehr jungen Jahren schwanger: 40 % bekamen bereits im Alter von 15-19 Jahren ein Kind, manche sogar noch früher. Schwangere Mädchen werden meistens nicht vom Kindsvater geheiratet oder in eine feste informelle Beziehung aufgenommen. Ein uneheliches Kind ist aber eine große Schande für die Mäd-chen. Es gibt daher riesige Probleme mit diesen ungewollten frühen Schwangerschaften und deren Beendigung durch «Hinter-hofabtreibungen». Auch sind Geschlechtskrankheiten und Gebär-mutterhalsentzündungen verbreitet, und die Immunschwäche-krankheit HIV/AIDS breitet sich mangels Aufklärung immer mehr in der Bevölkerung aus. Dabei infiziert sich etwa die Hälfte der Betroffenen noch vor dem 25. Lebensjahr. Im übrigen gibt es in vielen ländlichen Gebieten kaum Möglich- keiten von Berufsausbildungen. Hilfe durch Bau und Ausstattung eines Jugendgesundheits- und Bildungszentrums sowie Aufklärungsmaßnahmen Lebenschancen International hat 2003/04 im Distrikt Capiíbary in der Provinz San Pedro - mit einem beträchtlichen Zuschuss der deutschen Entwicklungshilfe und der unentgeltlichen Mitarbeit von Maurerlehrlingen - Bau und Ausstattung eines Gesundheits- und Bildungszentrums für Jugendliche finanziert. Dieses enthält zwei Räume für medizinische Untersuchungen und Beratungen, einen Lese- und Schulungsraum mit einer Bibliothek sowie eine Schrei- nerwerkstatt mit einem Lagerraum. Außerdem wurde für größere Informationsveranstaltungen, Sport und kulturelle Aktivitäten eine an zwei Seiten offene Halle mit einem Bogendach und gestaffel- ten Zuschauerbänken gebaut. |
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In die alte Gesundheitsstation kam einmal monatlich ein Arzt, und in der Zwischenzeit gab es bei dringenden Gesundheitspro- blemen nur die Möglichkeit von Busfahrten in die 65 km entfernte nächste Kleinstadt. In das neue Zentrum kommt seit 2006 wö- chentlich ein Arzt, außerdem monatlich eine Gynäkologin und manchmal auch ein Augen- und ein Zahnarzt. Die beiden ersteren werden vom staatlichen Gesundheitswesen gestellt, die beiden anderen kommen ehrenamtlich aus der Hauptstadt. Diese Dienste stehen der gesamten Bevölkerung zur Verfügung. Im Rahmen der Baumaßnahme wurde - erstmals in der gan- zen Region, wo die ärmere Mehrheit nur Holzhäuser hat - eine Ausbildung von Maurerlehrlingen organisiert. Diese wurde von 21 der 33 ursprünglich Interessierten erfolgreich abgeschlossen. Dafür haben die Lehrlinge unentgeltlich beim Bau mitgearbeitet. Sodann wurden 2005 erstmals acht Jugendliche vom Projektort zu Schreiner/innen ausgebildet, darunter zwei Mädchen. Dies war allerdings nur im Rahmen eines Sonderkurses in der Voll- zeitberufsschule in der 250 km entfernten Hauptstadt möglich. Die Ausgebildeten nutzen inzwischen die Schreinerwerkstatt für Auftragsarbeiten. Weitere Ausbildungen sollen folgen. 2005 wurden in dem Zentrum 90 Jugendliche für die Aufklärung von Gleichaltrigen über die Entstehung von Schwangerschaften, Möglichkeiten der Empfängnisverhütung und eine verantwort- liche Sexualität ausgebildet und 25 für Informationen über die Ansteckungswege von HIV/AIDS und Geschlechtskrankheiten sowie deren Prävention. Diese Informant/innen sowie einzelne Lehrer führen seitdem in dem Zentrum und den Schulen des Distrikts Informationsver- anstaltungen zur Wahrung der Gesundheit der Jugendlichen durch. Diese beziehen sich auf die Gefahren von Tabak-, Alkohol- und Drogenkonsum sowie die Probleme früher Schwangerschaf- ten, Möglichkeiten der Empfängnisverhütung, das Recht der Mäd- chen, «Nein» zu sagen, sowie die Ansteckungswege und Prä- vention von HIV/AIDS. Dabei sind die Veranstaltungen in dem Zentrum insofern wichtig, als höchstens 60 % der Kinder die Schule über die fünfte Klasse hinaus besuchen und dies meistens nur für drei weitere Jahre. Ein Großteil kann daher - gerade dann, wenn immer mehr erste Sexualkontakte haben - nicht über die Schulen erreicht werden. Schließlich wurden Selbsterfahrungsgruppen zur Stärkung des meist geringen Selbstwertgefühls der Jugendlichen sowie zur Selbstorganisation in Jugendgruppen geboten. Diese haben dazu geführt, dass einige Jugendliche die Bibliothek in Eigen- regie verwalten, Müllsammlungen und Baumpflanzungen orga- nisieren und sich für die Anerkennung des nächsten Berges als Naturschutzgebiet einsetzen. Auch stehen der Schulungsraum und die Halle allen Jugendgruppen des Distrikts für Treffen und Aktivitäten zur Verfügung. Das Projekt hat - einschließlich des Baus des Zentrums mit einer Grundfläche von 200 qm sowie der Halle mit einer Fläche von 444 qm - 65.000 € gekostet. Eine Verschwendung kann dabei nicht enthalten sein! |
![]() Der 18jährige Nelson wurde im Rahmen der Baumaßnahme zum Maurer ausgebildet (3. von rechts vor dem Holzhaus der Familie). Die Familie hat zehn Kinder. Nelson will es einmal besser und nur drei Kinder haben. (Foto: Fundacion Ricardo Boettner, Paraguay) |
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Ergebnisse und Fortsetzung der Aktivitäten Die Gesundheitsdienste und die Bibliothek werden gut genutzt, letztere auch vielfach von Lehrern. Außerdem wurden pro Jahr etwa 2.000 12-19-Jährige des Projektdistrikts mit Aufklärungs- maßnahmen erreicht, was bis Ende 2008 alle 8.000 interes- sierten Jugendlichen der betreffenden Jahrgänge sein sollten. Leider hat es hier Widerstände des örtlichen Pfarrers gegeben, der zunächst das Projekt befürwortet hatte. Die Aufklärungs- maßnahmen konnten erst durchgeführt werden, nachdem sich die Schuldirektoren und viele Lehrer dafür stark gemacht haben und zu der Zeit eine Zwölfjährige am Projektort ein Kind bekom- men hat. Die katholische Kirche hat in ihren Schulen in dem Projektdistrikt dann ebenfalls Aufklärungsunterricht eingeführt, allerdings nur solchen nach der Lehre des Vatikans. In dem Zentrum dürfen jedoch keine Verhütungsmittel verkauft werden. Es gibt aber welche in einer Apotheke und anderen Läden. Nach den Aussagen von Lehrern hat sich die Zahl der Schülerinnen, die schwanger werden, jedenfalls deutlich verringert. Das Gesundheitspersonal wird weiterhin vom paraguayischen Staat gestellt. Die Bibliothek wird von einzelnen Jugendlichen unentgeltlich verwaltet, der Strom für die Werkstatt von den Schreinern bezahlt und sonstige Kosten aus der gelegentli- chen Vermietung des Schulungsraumes und der Halle an die Gemeinde, Organisationen und Vereine der Region. Dabei hat die Gemeindeverwaltung in der Halle erstmals das Jahres- budget öffentlich vorgestellt, nachdem sie selbst keine solche Räumlichkeit für viele Menschen hat. Unterstützung des Projekts durch Stipendiaten der Friedrich Naumann Stiftung Die Arbeitsgruppe «Lebens- und Bildungschancen» von Stipendi- aten der Friedrich Naumann Stiftung hat den gesamten Eigenbei- trag von Lebenschancen International zu dem Projekt über 13.500 € eingeworben. Näheres unter www.lebenschancen.org. ![]() (Foto: Eike Messow) |
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Nepal seit 2000 Verbesserung der «reproduktiven» und allgemeinen Gesundheit, Vermeidung ungewollter und riskanter Schwangerschaften sowie Rechte und Einkommen für Frauen 15-20 % kamen wegen Beratungen zur Familienplanung oder dem Bezug von Verhütungsmitteln. An den Informationsveranstaltungen über Risikoschwangerschaften, Empfängnisverhütung und die Prävention von HIV/AIDS haben über 5.000 Menschen teilgenommen. Jeweils drei Viertel waren Frauen. Sodann haben 2009/10 - im Rahmen der Aktivitäten eines zuvor gebauten Frauenbildungszentrums - fast 1.200 Personen an Kursen oder Vorträgen über weitere Gesundheitsfragen teilgenommen, 900 an Veranstaltungen über die Menschen- und Frauenrechte und 1.300 an solchen über einfache Erwerbsmöglichkeiten. Davon waren 80-94 % Frauen. Zur Situation des Landes Einkommen und Armut Analphabetismus Geburtenzahl und Bevölkerungswachstum Projekt Förderung von Frauengesundheit und Familienplanung Hintergründe Maßnahmen Ergebnisse Projekt Förderung von Erwerbsmöglichkeiten und Rechten für Frauen sowie der allgemeinen Gesundheit Hintergründe Maßnahmen Ergebnisse Fortsetzung der Aktivitäten und wofür Sie spenden können Zur Situation des Landes |
![]() Der Projektort Thecho im Kathmandutal |
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Einkommen und Armut Soweit Daten vorliegen, gehört Nepal 2010 - ebenso wie die Projektländer Burkina Faso und Togo - zu den 25 ärmsten Ländern der Welt und ist eines der ärmsten Länder in Asien. Das Bruttonationaleinkommen betrug pro Kopf 2010 - unter Berücksichtigung der Kaufkraftparitäten im Verhältnis zum US-$ - knapp 1.200 $, d. h. pro Monat 100 $. Dabei sind diese Pro- Kopf-Einkommen in den vergangenen acht Jahren aber um durchschnittlich 5 % pro Jahr gestiegen. Auch gibt es große Unterschiede bei den Einkommen bzw. im Armutsgrad der Familien zwischen Stadt und Land sowie innerhalb der Städte. Analphabetismus Im Jahr 2007 - als dem bisher jüngsten Jahr mit entsprechen- den Erhebungen - waren noch 30 % der männlichen und 56 % der weiblichen Bevölkerung über 15 Jahren Analphabeten. Der letztere Wert lag in Nepal vor 30 Jahren aber noch bei 93 %! Inzwischen wurden viele Schulen gebaut. Auch werden nun immer mehr Mädchen eingeschult. Von den 15-24-jährigen Mädchen und Frauen können noch 25 % nicht lesen und schreiben. Es handelt sich vor allem um solche in entlegenen Dörfern in den Bergen, in denen es noch immer nicht überall Schulen gibt und sofern doch, eine Schulbildung für Mädchen oft noch nicht für wichtig gehalten wird. |
![]() Kinder in einem Slum der Hauptstadt Kathmandu: In die Slums kommen viele Menschen aus armen Bergregionen oder dem Norden Indiens in der Hoffnung, hier eine bezahlte Arbeit und bessere Lebensverhältnisse zu finden. Oft müssen sie jedoch lange darauf warten. Zeitweilig wurden im Rahmen des Projekts von "Lebenschancen" in einigen Slums Gesundheitsberatungen und solche zur Empfängnisverhütung geboten. (Foto: Panna Tuladhar) |
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Geburtenzahl und Bevölkerungswachstum Nach den derzeitigen Gegebenheiten werden die 15-30-jährigen Frauen bis zum 49. Lebensjahr noch 3,0 Lebendgeburten pro Frau haben (demographisch = Gesamtfruchtbarkeitsrate). Dies ist ein Rückgang um 53 % innerhalb von 30 Jahren und die stärkste Abnahme von allen Projektländern von «Lebenschancen». Vor allem in den Städten sind hier viele Menschen für eine Beschränkung auf nur zwei Kinder aufgeschlossen. Der absolute Wert ist im Projektland Peru mit 2,6 Lebendgeburten allerdings noch einiges niedriger. Ein besonderes Problem ist dabei, dass hier immer noch über die Hälfte der Mädchen früh verheiratet wird und spätestens bis zum 19. Geburtstag mindestens ein Kind hat, weil der Mann und dessen Familie baldmöglichst den «Fruchtbarkeitsnachweis» und einen Sohn haben möchten. Auch dies gilt verstärkt für die Landbevölkerung. Ein Sohn wird im Hinduismus u. a. für die Verbrennung der toten Eltern und die Befreiung von deren Seele dabei benötigt. Die Bevölkerung wuchs in Nepal 2010 um 1,9 %, nachdem es zehn Jahre früher noch 2,3 % waren. Auch die 1,9 % sind noch etwas mehr als die höchsten Werte von 1,6-1,8 %, die die Länder Westeuropas während der Industrialisierung bzw. jemals hatten. Da die Geburtenzahlen pro Frau in Nepal in den vergangenen 25 Jahren aber wesentlich höher waren und damit in den kommenden Jahren noch starke Jahrgänge ins fortpflanzungsfähige Alter kommen, wird sich die Bevölkerung wahrscheinlich in etwa 37 Jahren verdoppeln und erst danach nur noch wenig oder nicht mehr wachsen. Im übrigen war die Einwohnerzahl pro Hektar bewirtschaftbare Landfläche schon 1998 mehr als doppelt so hoch wie in Indien und Pakistan und wurde in Afrika nur von drei Ländern etwas übertroffen. (Quellenangaben zu allen Daten finden Sie hier.) |
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Projekt Förderung von Familienplanung und Frauengesundheit Hintergründe Hohe Müttersterblichkeit, Mangel an Diensten für Frauengesundheit sowie an Informationen über riskante Schwangerschaften und Empfängnisverhütung Als Lebenschancen International im Jahr 1999 zusammen mit der nepalischen Trägerorganisation «People in Need» den Bau einer Frauengesundheitsstation mit entsprechenden Informationsmaßnahmen und Beratungen in einem Dorf, das nur ca. 12 km von der Hauptstadt entfernt ist, konzipiert hat, war die Müttersterblichkeit in Nepal noch eine der höchsten der Welt. Ein Grund dafür war, dass es außerhalb der größeren Städte kaum Entbindungsstationen gab und schon gar keine Krankenhäuser, die bei Geburtskomplikationen allein die nötigen Dienste zur Rettung des Lebens der Mutter bieten. Auch gab es außerhalb der Städte kaum Informationen über altersbedingte Risikoschwangerschaften und -geburten, die ohne klinische Versorgung oft tödlich sind, und kaum Empfängnisverhütungsmittel zu deren Vermeidung. Ein besonderes Problem sind dabei die häufigen frühen Schwangerschaften und Geburten. Je früher junge Frauen unter 20 ein Kind bekommen, um so größer ist das Geburtsrisiko, vor allem falls sie erst 13, 14 oder 15 Jahre alt sind und das Becken noch nicht hinreichend ausgewachsen ist. Die 49-jährigen Frauen hatten damals im Durchschnitt noch 4,5 Geburten, in den Städten waren es aber schon weniger als vier und in den Dörfern andererseits fünf oder mehr. Die Maßnahmen Hilfe durch den Bau einer Frauengesundheitsstation, entsprechende Informationsmaßnahmen und Beratungen für Familienplanung Um diesbezüglich wenigstens in einigen Dörfern Abhilfe zu schaffen, hat Lebenschancen International in den Jahren 2000/ 2001 den Bau einer Frauengesundheitsstation in dem Dorf Thecho im Kathmandutal finanziert und später noch die Einrichtung eines Labors. Die Station bietet Schwangeren- und Mutter-Kind-Betreuungen, gynäkologische Dienste sowie Beratungen für Familienplanung, letztere auch für Männer. Auch werden in der Station akute Allgemeinerkrankungen von Frauen, Männern und Kindern behandelt. Die Station beteiligt sich außerdem an den nationalen Impfprogrammen. |
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Außer einer Koordinatorin arbeiten dort eine Gynäkologin, eine Krankenschwester und ein Gesundheitspädagoge. Diese bieten in der Station, den umliegenden Dörfern und manchmal in Slums der Hauptstadt auch Vorträge und Gesprächskreise über Risikoschwangerschaften, Empfängnisverhütung, die Prävention von HIV/AIDS und gesunde Ernährung. Die Ergebnisse In den Jahren 2002-07 wurden die Dienste der Gesundheitsstation sowie die Beratungen bei Haus- und Slumbesuchen jährlich von etwa 2.000 Menschen genutzt. Danach hat sich die Zahl auf 1.350 im Jahr 2011 verringert, nachdem in einem Nachbarort ein größeres Gesundheitszentrum gebaut wurde. Am häufigsten wurden die Dienste wegen gynäkologischer Probleme und Allgemeinerkrankungen genutzt. 15-20 % der Menschen kamen wegen Beratungen zur Familienplanung und/oder dem Bezug von Verhütungsmitteln. Etwa drei Viertel der Nutzer/innen waren Frauen, der Rest jeweils etwa zur Hälfte Männer und Kinder. An den Informationsveranstaltungen über Risikoschwangerschaften, Empfängnisverhütung und die Prävention von HIV/AIDS haben bis 2007 in jedem Jahr rund 600 bis 800 Menschen teilgenommen, 2008 noch 440 und 2009 noch weniger. Ein Grund für die Abnahme waren entsprechende, von der Regierung eingeführte öffentliche Kampagnen. Sodann ist der Bedarf an solchen Informationen auch einmal gesättigt, sofern es sich nicht um die nachwachsenden Jahrgänge handelt. Ab 2009 wurden noch Veranstaltungen zur HIV-Prävention und über Risikoschwangerschaften im Rahmen der Aktivitäten des neuen Bildungszentrums durchgeführt (vgl. im Folgenden). Auch bei diesen Informationsveranstaltungen waren etwa drei Viertel der Teilnehmer/innen Frauen. Dass sich auch Männer entsprechend informieren, ist sehr erwünscht. Es erleichtert Entscheidungen für eine Familienplanung und kommt andererseits vornehmlich der Gesundheit der Frauen zugute. Im übrigen wurde inzwischen in Nepal insgesamt im Rahmen der internationalen Entwicklungshilfe sehr viel zur Minderung der genannten Probleme gemacht. Die Müttersterblichkeit ist infolge davon in nur wenigen Jahren auf ein mittleres Niveau gesunken, und die Geburtenzahl pro Frau in zwölf Jahren um 33 %. Das Projekt von «Lebenschancen» hat in einigen Dörfern und bei einigen Familien in Slums der Hauptstadt mit dazu beigetragen. In den ländlichen Regionen außerhalb des Einzugsbereichs von Städten gibt es diesbezüglich aber immer noch viel zu tun. |
![]() Frauengruppe im «Gemeinderaum» eines Armenviertels vor einer Informationsveranstaltung über Risikoschwangerschaften und Familienplanung. ![]() Eine Frau erhält im Rahmen eines Gruppenangebots die Dreimonatsspritze zur Empfängnisverhütung. Solche Behandlungen in Gruppen stören die meisten hier nicht. Sie haben den Vorteil, dass Frauen mit Ängsten sehen können, wie das bei anderen gemacht wird und dass dabei nichts «passiert». (Fotos: Dr. Ilse-Dore Schütt) |
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Projekt Förderung von Erwerbsmöglichkeiten und Rechten für Frauen sowie der allgemeinen Gesundheit Hintergründe Fehlen von Erwerbsmöglichkeiten für analphabetische Frauen, von Kenntnissen der Krankheitsvermeidung und Krankenbetreuung sowie der Illegalität von Gewalt an Frauen Die Leiterin der Gesundheitsstation wurde von den meist analphabetischen Patientinnen öfter gefragt, ob man nicht etwas für sie tun könne hinsichtlich einer Schaffung von Erwerbsmöglichkeiten. Die meisten Frauen arbeiten - außer in ihrem Haushalt - zwar auf eigenen Feldern, dies aber nur für die Selbstversorgung der Familie. Wenn sie Geld für den Schulbesuch der Kinder brauchen oder die Registrierung in einer Gesundheitsstation, sind sie auf das angewiesen, was die Männer ihnen geben, und das ist oft nicht genug. Mit einem eigenen Einkommen sind sie diesbezüglich unabhängiger. Auch wächst damit ihr Ansehen in den Familien und sie können dann - oft erstmals - bei Entscheidungen über ihre Aktivitäten außerhalb des Haushalts mitbestimmen. |
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Der Träger der Gesundheitsstation, die nepalische Frauenförderorganisation «People in Need», hat entsprechende Möglichkeiten geprüft. Sie kam zu dem Ergebnis, dass es durchaus solche Möglichkeiten gäbe, hielt aber eine Ergänzung durch andere Elemente für eine Verbesserung der Lage der Frauen und ihrer Familien für wichtig. Es handelte sich einmal um die Vermittlung von Kenntnissen über die modernen Rechte in Nepal, d.h. insbesondere der Menschen- und Frauenrechte einschließlich der Illegalität von Gewalt an Frauen, die traditionell weit verbreitet ist. Außerdem sollten weitere Informationsmaßnahmen zur Gesundheitsförderung durchgeführt werden. Die Maßnahmen Hilfe durch Bau eines Frauenbildungszentrums und Durchführung entsprechender Kurse und Vorträge Als Voraussetzung zu den erforderlichen Informationsmaßnahmen und Schulungen interessierter Frauen sollte die Gesundheitsstation mit einem kleinen «Frauenbildungszentrum» aufgestockt werden, was Lebenschancen International 2008/2009 finanziert hat. Seitdem wurden zahlreiche Vorträge und Kurse zu entsprechenden Themen in dem Zentrum durchgeführt, aber auch welche in den 10 umliegenden Dörfern, dort dann im Freien oder in Schulen und in der Halle eines buddhistischen Klosters. Die Themen wurden zuvor mit den Interessen von Frauen in bereits gegebenen Spar- und Kreditgruppen abgestimmt, wovon etwa ein Drittel reine Frauengruppen waren. Die Ergebnisse Gleich zu Beginn haben 100 Frauen lesen und schreiben gelernt. Sodann haben in zwei Jahren 1.300 Personen und davon 94 % Frauen an Kursen über Erwerbsmöglichkeiten teilgenommen sowie fast 900 Personen und davon 83 % Frauen an Vorträgen zu den Menschen- und Frauenrechten. An den Vorträgen und Kursen zur Gesundheitsförderung - einschließlich solchen zur gesunden Ernährung sowie zur Müllvermeidung und -entsorgung - haben fast 1.200 Personen teilgenommen, davon 80 % Frauen. Details zur Teilnahme von Männern, die zum Teil erwünscht war, finden Sie hier Der Schwerpunkt der Kurse für Erwerbsmöglichkeiten lag bei der Trocknung und Konservierung von Früchten und Gemüse von den Feldern der Frauen. Daneben waren Kurse zur Herstellung kleiner gesunder Mahlzeiten und von Gebrauchsgegenständen aus zerschnittenen Plastiktüten gefragt. Ein Teil der Frauen erzielt nun Einkommen durch den Verkauf solcher Produkte. Ein Großteil beschränkt sich allerdings auf Produktionen für die eigene Familie und das sonstige persönliche Umfeld. Die Trocknung oder Konservierung von Früchten und Gemüse ermöglicht den Familien nun auch außerhalb der Erntezeiten eine gesunde Ernährung. |
![]() Das Gebäude der Frauengesundheitsstation mit dem Bildungszentrum im 1. Stock und den Bergen von 2500 m Höhe im Hintergrund ![]() Frauen haben im Bildungszentrum ein Zertifikat für den erfolgreichen Besuch von Alphabetisierungskursen erhalten. Auch hier sitzen sie - wie traditionell üblich - auf Kissen auf dem Boden. ![]() ![]() Frauen häkeln aus zerschnittenen Plastiktüten verschiedene Gebrauchsgegenstände. Einige Ergebnisse zeigt das untere Bild. |
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Bei den Vorträgen über die Frauenrechte und die Illegalität von Gewalt an Frauen waren die Teilnehmerinnen zunächst sehr zurückhaltend, nachdem es sich bei der Gewalt in den Familien bisher noch um ein Tabuthema handelt. Im Laufe der Zeit haben jedoch immer mehr Frauen ihre Fragen eingebracht. Auch wurden sie auf entsprechende Beratungsmöglichkeiten in der Hauptstadt verwiesen, die mit einem Bus erreicht werden können.
Im übrigen wurden einige spezielle Veranstaltungen über die Rechte der Kinder durchgeführt. Dabei wurde herausgestellt, dass Mädchen die gleichen Rechte haben wie die Buben und bei Schulbesuch und Gesundheitsversorgung nicht benachteiligt werden dürfen. Dies ist insbesondere in den ärmeren Schichten und allgemein in den Dörfern noch häufig der Fall. Die Vorträge und Kurse zur Gesundheitsförderung umfassten insbesondere das Wissen über gesunde Ernährung, die Vermeidung verschiedener ansteckender Krankheiten und von Risikoschwangerschaften sowie Maßnahmen zur häuslichen Krankenpflege, die dort vom Fiebermessen angefangen bisher alle unbekannt waren. Daneben gab es spezielle Vorträge über Frauenkrankheiten - von den verbreiteten Gebärmuttervorfällen bis zu Brustkrebs und der Selbstuntersuchung der Brust. Ferner wurden drei Kurse zur Müllvermeidung und Organisation einer Müllentsorgung am Ort des Zentrums durchgeführt, die es dort bisher nicht gab. Im übrigen wurden einige Vorträge zur HIV-Prävention und zu den Menschen- und Kinderrechten in drei Schulen geboten, die sich dafür interessiert haben. |
![]() Frauen erfahren bei einem Vortrag im Freien erstmals, dass auch sie Rechte haben und Gewalt gegen sie nicht zulässig ist. Die Tücher auf einigen Köpfen dienen hier dem Schutz gegen die Sonne. (Foto: Dr. Ilse-Dore Schütt) |
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Fortsetzung der Maßnahmen und wofür Sie spenden können Da die Nachfrage nach den Kursen und Vorträgen groß ist und sich nun auch Frauengruppen außerhalb der Projektdörfer für diese interessieren, sollen alle Aktivitäten fortgesetzt werden, zum Teil in dem Zentrum, zum Teil in den Dörfern selbst. Natürlich sollen auch die Dienste der Gesundheitsstation fortgesetzt werden. Bau, Ausstattung und Aktivitäten der beiden Einrichtungen wurden durch erhebliche Zuschüsse der deutschen Entwicklungshilfe (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, BMZ) unterstützt, die Aktivitäten der Gesundheitsstation aber nur bis zum Herbst 2005 und die des Bildungszentrums bis Ende 2011. Für die Fortsetzung der Aktivitäten reichen die Mittel des örtlichen Trägers nicht aus. Um die Nachhaltigkeit der Projekte zu gewährleisten, will Lebenschancen International diese daher weiterhin aus Spenden unterstützen. Ich will helfen Zugang zum Spendenkonto Zugang zum Online-Spenden |
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| Burkina Faso 1999 - 2001 Vermeidung ungewollter und riskanter Schwangerschaften sowie von HIV-Infektionen bei Jugendlichen tionen über die Entstehung von Schwangerschaften und die Ansteckungswege von HIV/AIDS erreicht. Die Probleme Das Projekt Die Ergebnisse Die Probleme (Stand 1997) Burkina Faso gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Die Frauen der jüngeren Generation hatten seinerzeit im Durch- schnitt noch 6,6 Lebendgeburten, auf dem Land noch minde- stens sieben. Die Bevölkerung wuchs damit - trotz einer noch beträchtlichen Kinder- wie auch AIDS-Sterblichkeit - jährlich um ca. 2,8 %. Dies sind 50 % mehr als die Höchstwerte in West- europa während der Industrialisierung bzw. jemals waren. Die Bevölkerung wird sich damit in 25 Jahren verdoppeln, wenn die Geburtenzahl pro Frau nicht bald erheblich abnimmt. |
![]() Der Projektort Koupéla im östlichen Burkina Faso |
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| Wie in den meisten «traditionellen Gesellschaften» ist der gesamte Sexualbereich auch in Burkina Faso stark tabuisiert, d.h. man darf darüber nicht sprechen. Besonders stark sind die Schambarrieren zwischen den Generationen. Kinder und Ju- gendliche werden daher - außer durch entsprechende Projekte und manchmal schon entsprechenden Unterricht - nicht über die Folgen von Geschlechtsverkehr aufgeklärt. Sie haben aber ihre Gelegenheiten zu diesem, wobei die Mädchen oft von Gleich- altrigen oder älteren Männern dazu gedrängt oder mehr oder weniger gezwungen werden. Schließlich müssen sie nach den traditionellen Werten Männern und allen älteren Personen gehorchen! Auch gibt es bisher kein schriftliches Informationsmaterial. Die Mehrheit könnte dies allerdings auch nicht lesen, weil nur ein Drittel der Kinder eine Schule besucht. Viele Mädchen werden damit bereits im Alter von 13-18 Jahren ungewollt schwanger. Diese Probleme gab es früher nicht, weil die Mädchen bald nach Eintritt der Menstruation verheiratet wurden. Nun sollen sie jedoch möglichst länger die Schule besuchen, eine Berufsausbildung machen und erst später heiraten. Schwangere Mädchen werden meistens nicht vom Kindsvater geheiratet oder in eine feste Be- ziehung aufgenommen. Ein uneheliches Kind ist jedoch eine große Schande für die Mädchen. Viele müssen dann die Schule oder eine Ausbildung abbrechen, auch weil die Eltern verlangen, dass sie selbst für ihr Kind sorgen. Ein Teil wird sogar von den Eltern verstoßen. Viele suchen daher «Abhilfe» in Schwangerschaftsabbrüchen. Diese sind in Burkina Faso illegal. Aber es gibt Möglichkeiten - vielfach durch Laien - sowie selbstinduzierte Abbrüche mittels Überdosie- rungen von Medikamenten, die beide oft starke Gesundheitsschä- digungen oder gar den Tod der Frauen zur Folge haben. Mindestens 2 % der männlichen und 3 % der weiblichen 15-24-Jährigen sollen HIV-infiziert sein (korrigierter Wert von 2006). Im übrigen werden im dem Land - trotz eines gesetzlichen Verbo- tes - noch etwa 70 % der Mädchen an den Geschlechtsorganen beschnitten. Hilfe durch ein Jugendgesundheitszentrum und Aufklärungsmaßnahmen |
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Als einzig erfolgversprechender Weg zur Aufklärung der Jugendlichen haben sich unter den gegebenen starken Scham- barrieren zwischen den Generationen Erstinformationen durch «Gleichaltrigeninformanten» und «-informantinnen» erwiesen. Dazu werden Jugendliche, die gute kommunikative Fähigkeiten haben und für ein Engagement zur Vermeidung der genannten Probleme aufgeschlossen sind, entsprechend ausgebildet und dann für ein Honorar zu Vorträgen und Gesprächen in Schulen, an Jugendtreffpunkten und in ihrem persönlichen Umfeld eingesetzt. Grundkonzeption ist dabei eine «verantwortliche Sexualität» und «verantwortliche Elternschaft». |
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Das von Lebenschancen International - mit einem Zuschuß der deutschen Entwicklungshilfe (BMZ) und eines größeren Beitrags des örtlichen Trägers - finanzierte Jugendgesundheitszentrum in Koupéla konnte im Oktober 1999 seine Dienste aufnehmen. Darin wurde eine Hebamme für gynäkologische Untersuchungen, Basisgesundheitsdienste und Beratungen von jungen Frauen angestellt sowie ein Sozialpädagoge für Informationsmaßnah- men und Beratungen junger Männer. Sodann wurden 13 Jugendliche als Gleichaltrigeninformant/in- nen ausgebildet und während der Projektlaufzeit an verschie- denen Stellen eingesetzt. Über die Informant/innen und in dem Zentrum sind auch Kondome erhältlich und über die Beraterin sonstige Verhütungsmittel und Basismedikamente.
Die Vorsitzende von «Lebenschancen» spricht mit «Gleichaltrigeninformanten» über deren Aktivitäten. (Foto: Ulrich Harsch) Im übrigen bietet das Zentrum auch Informationsveranstaltungen über die gravierenden Folgen der Mädchenbeschneidung und die Vorurteile von deren Notwendigkeit. Schließlich enthält das Zen- trum auch eine kleine Bibliothek, Lernspiele, Video-Filme zu den Problemen und die Möglichkeit zum Fernsehen, was die Jugend- lichen in Koupéla normalerweise alles nicht haben. Ergebnisse und Fortsetzung der Aktivitäten Bis Ende März 2001 konnten in nur 18 Monaten fast tausend Einsätze der Informant/innen durchgeführt werden. Daran haben ca. 21.000 Jugendliche teilgenommen, was etwa die Hälfte der 16- bis 24jährigen am Ort sein dürfte. 60 % waren männliche und 40 % weibliche Jugendliche oder junge Erwach- sene. Zugleich haben 8.000 entsprechende Filmvorführungen in Schulen und in dem Zentrum besucht. Genauso viele haben an entsprechenden Aktivitäten in den kommenden zwei Jahren teilgenommen. Das entspricht zusammen der Zahl der 16-24-Jährigen am Ort. Es ist aber nicht bekannt, inwieweit einzelne Jugendliche an mehreren Veranstaltungen teilgenommen haben und andere nicht oder nicht durften, weil es die Eltern nicht wollten. Seit April 2001 werden die Aktivitäten vorwiegend aus Mitteln der «International Planned Parenthood Federation» in London finanziert, zum Teil aus Mitteln des burkinischen Gesundheits- wesens sowie Eigeneinnahmen des Zentrums aus den Ver- käufen von Verhütungsmitteln und Medikamenten. Seit Sommer 2005 unterstützt Lebenschancen International Schulen und Frauenorganisationen im Westen und in der Hauptstadt des Landes mit entsprechenden Informations- materialien für Jugendliche und Frauen. |
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Benin 1997-2000 Verbesserung der «reproduktiven Gesundheit», Vermeidung ungewollter und riskanter Schwangerschaften sowie von HIV-Infektionen Die Probleme Das Projekt Die Ergebnisse Die Probleme (Stand 1996) Benin, das westliche Nachbarland von Nigeria, gehört zu den 25 ärmsten Ländern der Welt. Anfang der 90er Jahre hatten die Frauen bis zum Ende des fortpflanzungsfähigen Alters noch durchschnittlich rund 7 Lebendgeburten, und die Bevölkerung nahm jährlich um gut 3 % zu. Dies beinhaltet eine Verdoppelung der Bevölkerungszahl in etwa 24 Jahren, wenn die Geburtenzahl pro Frau nicht bald beträchtlich abnimmt. Nur etwa 45 % der Geburten erfolgten mit ausgebildetem Perso-nal (vorwiegend Hebammen, zum Teil Ärzte). Auch fehlte es weit-hin an Informationen über Risikoschwangerschaften und -gebur- ten, die an demographischen Merkmalen festgemacht und mittels Empfängnisverhütung vermieden werden können. Dadurch ka- men auf tausend Lebendgeburten zehn Todesfälle der Mutter. | ![]() Der Projektort Dassa im mittleren Benin |
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![]() Die Frauen von Dassa demonstrieren für ihre Rechte. (Foto: Bernard Gnantonnou) Hilfe durch eine Frauengesundheitsstation mit Beratungen für Familienplanung sowie Informationsmaßnahmen Lebenschancen International hat daher 1997 - mit einem be- trächtlichen Zuschuss des deutschen Entwicklungshilfemini- steriums (BMZ) und Eigenleistungen der örtlichen Bevölkerung - Bau und Ausstattung sowie laufende Kosten einer Frauenge- sundheitsstation finanziert. Sie enthält einen Untersuchungs- und einen Beratungsraum, einen größeren Raum für Informa- tionsveranstaltungen und eine Apotheke, in der auch Verhü- tungsmittel erhältlich sind. «Honig ist in unseren Ort gekommen! Und wir sind so froh, dass wir nicht mehr dauernd Kinder bekommen müssen, sondern nur noch so viele, wie wir verkraften können. Danke, danke für das Zentrum.» Dies sangen Frauen von Dassa-Zoumé, einem kleinstädtisch-ländlichen Ort im mittleren Benin, bei der Einweihung der Frauen- gesundheitsstation. Dazu tanzten sie vor Freude und schenkten den Besuchern von Lebenschancen nach traditioneller Sitte zum Dank Früchte ihrer Felder und einen lebenden Hahn. |
![]() Mütter und Kinder in einem Dorf in der Nähe des Projektortes, denen die Dienste der Gesundheitsstation auch zugute kommen. (Foto: Ulrich Harsch) |
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![]() Frauen tanzen zur Einweihung der Gesundheitsstation in Dassa. (Fotos: Ulrich Harsch) Tätig waren darin immer ein oder zwei Hebammen, die auch zu allgemeinen gynäkologischen Untersuchungen, der Abgabe der Dreimonatsspritze und «Pille» sowie der Einsetzung von Verhü- tungsspiralen befugt sind. Diese sind auch als Geburtshelferin- nen bei Hausgeburten tätig. Außerdem wurden entsprechende Informationsmaßnahmen von diesen und dem Leiter der örtli- chen Trägerorganisation in der Station und umliegenden Dör- fern durchgeführt. Da es hier verbreitet Widerstände der Männer gegen eine Empfängnisverhütung gab, wurden im Jahr 2000 noch intensive Informationskurse für diese über die Probleme und Möglichkeiten finanziert. Parallel zu den Informationsmaßnahmen über die Probleme von Risikoschwangerschaften und HIV/AIDS sowie ihre Vermeidbar- keit hat es seitens des staatlichen Gesundheitswesens welche zur allgemeinen Gesundheitsförderung gegeben (Impferforder-nisse, gesunde Ernährung und Vermeidung von Durchfallerkran- kungen). Ergebnisse und Fortsetzung der Aktivitäten Die Dienste wurden viel für Schwangerschafts- und Nachge- burtsbetreuung sowie gynäkologische Untersuchungen genutzt, die Beratungen zur Familienplanung und der Kauf von Verhü- tungsmitteln jedoch nur in relativ geringem Maße, aber mit steigender Tendenz. Zwar möchten viele Frauen nicht mehr bis zum 40. Lebensjahr und darüber hinaus Kinder gebären oder hätten gerne größere Abstände zwischen den Geburten. Aber leider sind viele Männer gegen eine Empfängnisverhütung, die Frauen aber auf deren Zustimmung angewiesen: «Wenn die Frauen keine Schwanger- schaften mehr zu befürchten haben, werden sie 'unsittlich' und nicht mehr treu sein. Das verdirbt alles nur die guten Sitten.» Oder: «Man muß Vertrauen in die Vorsehung haben. Warum sollen wir geborene Kinder nicht ernähren können?» heißt es dann. In den Jahren 2000/01 erhielt die örtliche Trägerorganisation Mittel des Weltbevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA), um erneut umfangreiche Informationsmaßnahmen durchzuführen und weitere Dörfer einzubeziehen. Seitdem wer- den die laufenden Kosten von dem Träger finanziert, vornehm- lich aus Einnahmen für die Behandlungen, Hausgeburten und der Apotheke. |
![]() Die Hebamme und Beraterin für Familienplanung erläutert verschiedene Verhütungsmittel. | |||||
| Paraguay 1993-96 Verbesserung der «reproduktiven Gesundheit», Vermeidung ungewollter und riskanter Schwangerschaften sowie von HIV-Infektionen Die Probleme Das Projekt Die Ergebnisse Die Probleme (Stand 1992) Paraguay war seinerzeit das zweitärmste Land Südamerikas - nach Bolivien. Dabei waren die wirtschaftlichen Verhältnisse im Schnitt aber schon beträchtlich besser als in den meisten Län- dern Afrikas und Asiens. Entsprechend war auch die Kinder- sterblichkeit schon länger relativ niedrig. Die Frauen hatten bis zum Ende des gebärfähigen Alters 1992 im Durchschnitt etwa 4,5 Lebendgeburten, auf dem Lande aber noch über 5. Angesichts der gesunkenen Kindersterblichkeit betrug die Bevöl- kerungszuwachsrate damals 2,7 % pro Jahr. Dies war der höchste Wert in ganz Südamerika und beinhaltet eine Verdop- pelung der Bevölkerung innerhalb von nur 26 Jahren, wenn die Geburtenzahl pro Frau nicht bald deutlich abnimmt. ![]() Eine Familie mit elf Kindern vor ihrem Brunnen. Außer den bei- den ältesten sind alle sehr mager und wohl auch unterernährt. Nach dem Informationsprojekt von «Lebenschancen» sollte es so hohe Kinderzahlen nicht mehr geben. (Foto: Evi-Kornelia Gruber) Auch waren sehr frühe, ungewollte Schwangerschaften (mit 12-16 Jahren) und «Hinterhofabtreibungen» verbreitet, ebenso Gebärmutter- halsentzündungen, die häufig zu Krebs führen, wenn sie nicht behandelt werden. Viele Frauen wollten keine Kinder mehr oder wenigstens einen längeren Abstand zwischen den Geburten. Aber es gab in der Öffentlichkeit bisher nur wenig diesbezügliche Informationen. Es gab Vorbehalte seitens der katholischen Kirche und falsche Informationen über die Gefährlichkeit von Verhütungsmitteln sowie Scham, über diese Fragen zu sprechen. Hilfe durch Informationsmaßnahmen, gynäkologische Dienste, Beratungen zur Familienplanung sowie Fortbildungen von einfachem Gesundheitspersonal Die deutsche Bundesregierung hat damals in der kleinstädtisch-ländlichen Provinz «San Pedro Norte» im mittleren Paraguay mit etwa 60.000 Einwohnern ein Projekt zur Förderung der Landwirt-schaft durchgeführt, zu dem auch spezielle Maßnahmen der Frauenförderung gehörten. Lebenschancen International hat diese Fördermaßnahmen durch ein Projekt zur Minderung der genannten Probleme ergänzt. |
![]() Das Projektgebiet in der Provinz «San Pedro» im mittleren Paraguay |
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![]() Gesundheitsinformationen in einem der Projektdörfer (Fotos: Georg Birbaumer) Die grundlegenden Maßnahmen waren ein Radioinforma- tionsprogramm mit wöchentlichen Sendungen, Informations-veranstaltungen in den Dörfern, Beratungen zur Empfängnis- verhütung, Angebote gynäkologischer Untersuchungen und von Schwangerenbetreuungen. Die medizinischen Dienste gab es schon bisher in beschränktem Maße in Trägerschaft des staatlichen Gesundheitswesens. Im Rahmen des Projekts wurden sie aber noch um eine halbe Stelle ausgedehnt. Inhalte der Informationen waren insbesondere eine verant- wortliche Elternschaft, die Vermeidung von riskanten und unge- wollten Schwangerschaften sowie von Ansteckungen mit dem HI-Virus und den verbreiteten Geschlechtskrankheiten. Außerdem wurde über Gebärmutterhalsentzündungen, Impferfordernisse und gesunde Ernährung von «Mutter und Kind» informiert und dazu auf die Gesundheitsdienste verwiesen. Im übrigen wurde das betreffende Grundwissen in die Fortbil- dungen von 60 Gesundheitshelferinnen und 190 traditionellen Hebammen integriert und bei letzteren durch das heutige Wissen über Geburtshilfe und Neugeborenenfürsorge ergänzt. Die Ergebnisse «Das Radioprogramm hat in hohem Maße dazu beigetragen, das Schweigen, die Desinformation und mit den Vorurteilen oder Tabus zu brechen», hieß es schon im ersten Zwischenbericht zu dem Projekt. Etwa 16.000 Personen oder Paare wurden zur Empfängnis- verhütung motiviert. Die gefragteste Methode war die «Pille», aber ein noch beachtlicher Teil benutzte Kondome. Einige Frauen und Paare haben sich auch für die «natürliche Familienplanung», d.h. die von der katholischen Kirche akzeptierte Zeitwahl- und Tempera-turmethode mit zeitweiliger Abstinenz interessiert. Hatten vor Beginn des Projektes 1.740 Frauen gynäkologische Vorsorge-Untersuchungen aufgesucht, so waren es im dritten Jahr des Projekts über 7.000. Hatten im ersten Projektjahr von 3.000 untersuchten Frauen ca. 70 % Gebärmutterhalsentzündungen, waren es nach Behandlun-gen bei Folgeuntersuchungen nur noch 10 %. Das Projekt als Test für ein Programm der Regierung von Paraguay Nachdem die Maßnahmen seitens der Bevölkerung so viel Zuspruch erhalten hatten, wurde das Projekt vom staatlichen Gesundheitswesen von Paraguay fortgeführt. Dazu wurden in dem Hauptort der Provinz zusätzlich zu einer bisherigen zwei weitere Gynäkolog/innen angestellt. Außerdem hat der Ort mit seinen etwa 20.000 Einwohnern als nächster nach der Haupt-stadt Asuncion ein Labor für Untersuchungen von Gebärmutter-halsabstrichen erhalten. Und die Rundfunksendungen wurden von lokalen Einrichtungen fortgeführt. Schließlich waren die durchgeführten Maßnahmen ein Test für das ganze Land. Nachdem das Interesse an der Familienpla-nung dort so groß war und befürchtete Widerstände seitens klerikaler Kreise ausblieben, hat die Regierung von Paraguay 1998 ein landesweites Programm zur Förderung der Familien- planung eingeführt und dies mit Unterstützung der deutschen Entwicklungshilfe. |
![]() Anmeldung zur mobilen Schwangerenbetreuung und Beratung über Empfängnisverhütung |
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Kleinförderungen |
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| Togo
2000 Beratungsstelle für Familienplanung Das zentrale Dorf Danyi Atigba in der Bergregion im Westen Togos hatte schon länger eine kleine Gesundheitsstation mit einem Gesundheitsberater und einer Geburtshelferin. Auch war es schon in ein Pilotprojekt zur Jugendaufklärung über HIV/AIDS und die Entstehung von Schwangerschaften einbezogen. Aber es gab bisher keine Beratungsstelle über Möglichkeiten der Empfängnisverhütung. ![]() Die kleine Beratungsstelle für Familienplanung mit vier Jugend- und Erwachsenenaufklärer/innen, die die deutsche Entwicklungs- hilfe (GTZ) an dem Ort 1997 im Rahmen eines Pilotprojektes ausgebildet hatte. (Foto: Gudrun Haupter) Die Menschen dort haben daher beim Deutschen Frauenring angefragt, ob er eine Erweiterung der Gesundheitsstation für diese Beratungen finanzieren könne. Der Frauenring unterstützt schon die Gesundheitsstation und die Lehrergehälter einer Berufsschule für Schneiderinnen und Schreiner an dem Ort. Er hat dann den Bau und die Ausstattung der Beratungsstelle - mit einem Zuschuss von Lebenschancen - finanziert. |
![]() Der Projektort Danyi Atigba im westlichen Togo |
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| Tanzania
1997 Wie kann man Menschen, die nicht lesen und schreiben können, über
eine Krankheit informieren, die über Jahre zunächst keinerlei
Symptome verursacht? Und wie kann man sie davon überzeugen, dass es Möglichkeiten
einer Empfängnisverhütung gibt, wenn sie gar nicht wissen,
wie Schwangerschaften entstehen? |
![]() Der Projektort Pangani im nordöstlichen Tanzania ![]() Eine Aufführung der Truppe zur HIV/AIDS-Prävention (Foto: Vera Pieroth) |
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Malawi 1995 - 98 Vor dem Projekt kam nur einmal im Monat ein mobiler Gesund-heitsdienst
in das Dorf Chamba im Distrikt Liwonde in Malawi. Wenn die Menschen
zwischendurch krank wurden, mussten sie mit ihren Beschwerden bis zum nächsten Besuch des mobilen Gesundheitsdienst
ausharren oder sehen, wie sie zu Fuß
in das nächste Krankenhaus in 24 km Entfernung gelangen oder von
Trägern auf einer Bahre dorthin gebracht werden.
. | ![]() Der Projektort Chamba im südlichen Malawi |
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![]() Frauen aus Chamba und Umgebung warten mit ihren Kindern auf den monatlichen mobilen Gesundheitsdienst. Im Hinter- grund der Rohbau der Gesundheitsstation, die durch Spenden an «Lebenschancen» u. a. ermöglicht wurde. Das wollte die Dorfbevölkerung ändern. Sie hatte
sich daher entschlossen, eine kleine Gesundheitsstation in Eigenarbeit
zu bauen, in der eine Gemeindeschwester ihre Dienste anbieten und der
einmal monatlich kommende Arzt ein richtiges Unter- Für die Baumaterialien, Fenster, Türen und das Dach brauchten die Menschen in dem Land, das zu den zehn ärmsten der Welt gehört, jedoch Unterstützung. Diese wurde teils von der deut- schen Entwicklungshilfe (GTZ) und teils von Lebenschancen gewährt. Außerdem hat Lebenschancen das verantwortliche Krankenhaus beim Kauf von Verhütungsmitteln und Medika- menten unterstützt. Für die Menschen in Chamba hat damit eine neue Zeit begonnen, indem sie bei Erkrankungen nun alle Tage zumindest erste Hilfe haben können sowie erstmals Beratungen über Möglichkeiten einer Empfängnisverhütung. |
![]() Eine der wartenden Mütter mit ihrem Kind (Fotos: Dr. Gabriele Gahn) |
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